Gerade eben ist mir eine lang ersehnte erste Folge von Bakemonogatari in die Hände gefallen. Wie bisher war meine Stimmung in Erwartung der Sommer-Anime ja nicht gerade auf ihrem Höhepunkt. Aber hier haben wir einen weiteren Anime, der sich anschickt die Stimmung zu retten. Als ich die erste Folge ansah, da wurde mir sofort klar: “Dies ist ein weiteres Meisterwerk von Shaft”.
In der Tat setzt Bakemonogatari genau dort an, wo Shaft nach Sayonara Zetsubō Sensei und Natsu no Arashi! aufgehört hatte. Hier kann bisher fast wirklich jedes Szenenbild als ein Kunstwerk eigenen Stils verstanden werden, der für von Shaft animierte Animes einzigartig ist. Angefangen von experimentell wirkenden Schrifteinblendungen bis hin zu fast nicht mehr appetitlich wirkenden Szenen ist einfach alles dabei, was einen einprägsamen Eindruck hinterlassen kann.
Charaktere
Bisher tauchten in dem Anime nur fünf Charaktere auf. Da hätten wir die überaus korrekte Klassensprecherin Tsubasa Hanekawa (gesprochen von Yui Horie), der gleich zu Beginn gefühlvoll unter den Rock geschaut wird.
Das erledigt in diesem Fall kein geringerer als der Protagonist und ehemalige Vampir Koyomi Araragi. Er scheint nur von lauter schrägen Gestalten umgeben zu sein und ist auch der jenige, dem die sexy Hitagi Senjōgahara einfach mal so auf einer elend langen Wendeltreppe auffängt. Wo sollte hier also das Problem liegen, wenn Koyomi nicht dabei feststellen würde, dass sie statt der gewöhnlichen 40 kg nur 5 kg wiegt? (Also ich bevorzuge auch lieber 5 Kg als 100 Kg aus 10 Meter Höhe aufzufangen…)
Nur an ihren Manieren sollte die mit allen möglichen Schreibutensilien bewaffnete Hitagi noch feilen. Die selbsternannte Tsundere hält hier einfach mal ihre Waffen in den Mund von Koyomi, nur um ihn zum Schweigen zu bringen.
Wer aber glaubt, das sie hier nur mit einem Messer und Klammeraffen aufwarten kann, dem sei gesagt, dass sie stetig ein ganzes Arsenal an Schreibtischwaffen mit sich herumführt, selbst dann wenn sie unbewaffnet scheint.
Mal abgesehen davon, das der Hauptdarsteller Augen wie Zielsucher einer Kamera besitzt, werden in der ersten Folge auch zwei weitere Charaktere vorgestellt. Dies sind Meme Oshino, ein Mann mittleren Alters, und ein noch nicht weiter vorgestelltes, namenloses, belanglos in der Ecke sitzendes Mädchen, dem Meme den Namen Shinobu Oshino gab.
Worum es nun in der Handlung genau gehen wird, dass lässt sich bisher nur erahnen – dürfte aber sehr wohl mit der Lösung der Probleme der Mädchen zu tun haben, die von Koyomi zu Meme geschleppt werden. Denn laut den bisherigen Äußerungen hat es bekanntlich Meme geschafft Koyomi von einem Vampir wieder in einen fast normalen Menschen zu verwandeln.
Bakemonogatari ein Kunstwerk?
Ja der Anime ist wirklich als ein experimentelles Kunstwerk zu sehen. Viele zwischenzeitlich gezeigte Szenen, die als Übergänge zwischen den einzelnen Handlungsabschnitten fungieren, sind expressionistisch gestaltet. Es fällt einem schwer diese große Auswahl aus Mischungen von Schriftzügen, aus den Hintergründen herausstechenden Details oder die allseits präsenten scharfen Schatten und Muster zu beschreiben. Am besten lässt man hier die Bilder für sich sprechen.
Ein erstes Fazit
Ich habe es nicht bereut diese Folge gesehen zu haben. Im Gegenteil, die erste Episode hatte viel zu bieten und war ein nicht realistischer, teils surrealistischer Hochgenuss. Auf jeden Fall sehr stimmig und schneller vorbei als ich es selbst glauben wollte. So gesehen ein klares Anzeichen dafür, dass die Folge sehr unterhaltsam war. Man weiß zwar noch nicht worauf es hinauslaufen wird, aber ich bin gespannt was uns Shaft in der nächsten Episode auftischen wird.













