Es ist soweit, die Sommer-Anime-Saison hat begonnen. Das Erste was ich mir jedoch anhören musste, waren Aussagen wie “nichts los diesen Sommer” oder “kein Geld für gute Animes”. Ich hatte schon beinahe den Verdacht, dass dies stimmen könnte, nachdem ich mir die ersten, nicht weiter diskutablen, Animes angesehen hatte. Man soll bekanntlich einen Anime nicht der vor letzten Folge loben oder tadeln und daher werde ich einigen wohl noch eine zweite oder dritte Chance geben. Ein Anime, den ich mit ziemlicher Sicherheit bis zu Ende schauen werde, ist jedoch Canaan.
Erster Eindruck von den bisherigen Charakteren

Dies ist also Canaan, die Protagonistin, die dem Anime auch ihren Namen gab. In der ersten Folge scheint sie am liebsten mit einem Scharfschützengewehr auf den Dächern Shanghais herumzulungern oder als Akrobat von Haus zu Haus zu springen. Bisher schwieg sich die erste Episode erfolgreich darüber aus, wann und wo sie ihre scheinbar übernatürlichen Fähigkeiten in Besitz genommen hat, aber das wird wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Allgemein lässt sich wohl bei ihr am schnellsten der Einfluss von Type-Moon feststellen, da sie offensichtlich einige der Eigenschaften von Shiki aus Kara no Kyōkai geerbt hat.
Aber hier steht nicht nur Canaan im Mittelpunkt, sondern auch noch ein versessener Reporter, der zusammen mit seiner Assistentin, die er scheinbar für schlichtweg dumm hält, auf der Suche nach einer interessanten Geschichte ist. Diese dürfte für ihn wohl spannender Ausfallen als ihm lieb ist.

Seine Assistentin Maria Ōsawa hingegen scheint aus einem nicht weiter genannten Grund darauf zu hoffen Canaan zu finden, mit der sie offensichtlich sehr gut befreundet ist. Neben ihnen scheint noch das sehr stille Pärchen, welches nur kurzzeitig in einem Auto sitzend gezeigt wird eine bestimmte Rolle zu übernehmen, da sie offensichtlich Kontakt zu einigen maskierten Männern besitzen, die aus bisher noch ungeklärter Ursache einen qualvollen Tod sterben, wenn diese entfernt wird und sie ihre Umgebung wahrnehmen können.

Anders sieht es bei den offensichtlichen Widersachern aus, die es nicht mehr abwarten können auf Canaan loszugehen. Überraschenderweise (eigentlich nicht) scheinen hier die Frauen die Hosen an zu haben. Zu ihren Motiven wurde bisher noch wenig gesagt und bisher wurde auch noch kein Blut durch sie vergossen.


Blut und Gewalt?
Sehr interessant gestaltete sich der bisherige Umgang mit der Gewalt. Aus dem Vorspann ist relativ klar ersichtlich, dass es hier sicherlich in den weiteren Folgen noch härter werden wird, als in der Ersten der Fall war. Dennoch sind einige Aspekte gezeigt worden, die nachdenklich stimmen könnten. In erster Linie ist dies die Ignoranz der feiernden Gäste gegenüber dem was gerade geschieht. So spielen Kinder in dem Blut eines Toten, welches sie für Farbe halten. Die wahnsinnig geworden Männer, deren Maske entrissen wurde, werden gar als Komiker aufgefasst, die sich voller Freude in den Fluss stürzen.

Realismus
Bisher zeigte sich Canaan von der Inzenierung ausgesprochen realistisch, auch wenn die Hauptcharaktere wohl über eine gewisse Portion übernatürlicher Kräfte verfügen. Es dürfte aber insgesamt wohl ein guter Mix aus der realen Zerbrechlichkeit und leicht übertriebener Action werden. Aber so genau kann man sich dazu wohl noch nicht äußern.
Optischer Eindruck
Canaan macht optisch einen sehr guten Eindruck und spielt in etwa der gleichen Liga wie etwa Basquash! oder Macross Frontier. Dabei wirken die Computeranimierten Szenen nicht als Fremdkörper und integrieren sich sehr gut in die gezeichneten Szenen, die durch sehr schöne und stimmungsvolle Hintergründe zu überzeugen wissen. Allgemein wurde hier viel Wert darauf gelegt die Schauplätze real erscheinen zu lassen. So bewegen sich in dicht bevölkerten Szenen fast alle Figuren, was einen sehr dynamisch wirkt. Auch bei der Animation der Charaktere gibt es bisher keinerlei Schwächen und die Animationen sind flüssig. Allgemein kann man festhalten, dass hier das Studio P.A. Works bisher eine sehr gute Arbeit geleistet hat, dessen Niveau sich mit dem von Filmen messen kann.
Erstes Fazit
Ich habe es schon ein wenig vorweggenommen. Canaan konnte mich bisher sehr überzeugen und ist auf einem optisch hohen Niveau und besitzt Ansätze einer Handlung die auf einen sehr guten Sommer-Anime schließen lässt und den bisherigen Äußerungen, dass diesen Sommer nichts geboten werden würde, entgegen steht.